Press Release (in German): Thomas Bosch ins Berliner Wissenschaftskolleg berufen

Kieler Zoologie-Professor ist Mitglied in einem der bundesweit einflussreichsten interdisziplinären Forschungsinstitute

Das Wissenschaftskolleg zu Berlin ist eines der führenden interdisziplinären Forschungsinstitute Deutschlands und ernennt in diesem Jahr 49 hochrangige Forscherinnen und Forscherinnen aus der ganzen Welt zu Mitgliedern seines Fellow-Jahrgangs 2018/2019. Die mit dieser Auszeichnung geehrten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten die Möglichkeit, sich für ein Jahr am Sitz des Kollegs in Berlin-Grunewald auf ein spezielles Forschungsthema zu konzentrieren und dabei die Anregungen des disziplinen- und kulturübergreifenden Kollegs in ihre Arbeit aufzunehmen. Die aktuellen Fellows, 22 Frauen und 27 Männer aus 21 Ländern und über 25 Disziplinen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, wählen ein Aufgabengebiet, um Lösungen für die großen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen der Gegenwart zu entwickeln. Seit September dieses Jahres gehört auch Professor Thomas Bosch, Zell- und Entwicklungsbiologe an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), zu diesem einflussreichen wissenschaftlichen Zirkel. Seine Zeit am Wissenschaftskolleg wird er nutzen, um an der Erforschung des Zusammenspiels von Lebewesen und mikrobiellen Symbionten als funktionale Einheit zu arbeiten und so das Thema des von ihm an der CAU geleiteten Sonderforschungsbereichs 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ voranzutreiben.

Das Auswahlgremium des Wissenschaftskollegs berief Bosch aufgrund seiner Pionierarbeit in der Erforschung der Beziehungen von Lebewesen, Mikroorganismen und Umwelt und seines Bestrebens, die fundamentalen Mechanismen hinter diesen Interaktionen zu ergründen. Gemeinsam mit wenigen internationalen Kolleginnen und Kollegen ist er einer der Vorreiter der Metaorganismus-Forschung. Das noch junge Wissenschaftsgebiet betrachtet Körper und Mikroorganismen als funktionale Einheit und untersucht insbesondere die Auswirkungen dieses Zusammenspiels auf Gesundheit und Krankheit verschiedener Lebewesen von der Pflanze bis zum Menschen. „Thomas Boschs Mitgliedschaft im Berliner Wissenschaftskolleg ist in erster Linie ein wohlverdienter persönlicher Erfolg. Für uns als Universität Kiel bestätigt sie zudem, dass die Stimmen unserer exzellenten Forscherinnen und Forscher auch deutschlandweit und im internationalen Rahmen Gehör finden“, betont Professorin Karin Schwarz, CAU-Vizepräsidentin für Forschung.

Boschs Fellowship wird künftig dabei helfen, das revolutionäre wissenschaftliche Konzept der Betrachtung aller Lebewesen als multiorganismische Einheiten weiter zu etablieren und im interdisziplinären Austausch voranzubringen. Langfristiges Ziel der in Kiel und weltweit daran arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Entwicklung verbesserter Behandlungsmöglichkeiten für eine Vielzahl schwerwiegender Krankheiten – die alle von einer gestörten Balance des Körpers mit seinen besiedelnden Mikroorganismen verursacht werden. Die Universität Kiel ist an dieser Schnittstelle von Biologie, Evolutionsforschung und Medizin besonders gut aufgestellt und strebt danach, dieses zukunftsträchtige Forschungsgebiet weiter zu konsolidieren: Der SFB 1182 mit seinen Partnerinstitutionen bewirbt sich nach einer sehr erfolgreichen ersten Förderphase im kommenden Jahr um die weitere Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Über das Wissenschaftskolleg
Freiheit in der Wahl der Forschungsvorhaben, Interdisziplinarität und Interkulturalität kennzeichnen das Wissenschaftskolleg zu Berlin. Die Fellows haben lediglich Residenzpflicht und treffen sich im wöchentlichen Kolloquium, bei dem ein Fellow die eigene Arbeit vorstellt und alle gemeinsam darüber diskutieren. Dazu gehört, dass zusätzlich herausragende Künstlerinnen und Künstler oder Intellektuelle eingeladen werden. Aus einer fachlich solch heterogenen Atmosphäre entsteht häufig ein produktiver Irritationseffekt, der den eigenen Ansatz modifiziert und so zu nachhaltigen Innovationen führen kann.

Bildmaterial steht zum Download bereit:
https://www.uni-kiel.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen/2018/327-wiko-fellow.jpg
Professor Thomas Bosch, Sprecher des Kieler SFB 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“, ist seit Kurzem Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
© Dr. Tebke Böschen, Uni Kiel

Kontakt:
Prof. Thomas Bosch
Zoologisches Institut, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4170
E-Mail: tbosch@zoologie.uni-kiel.de

Weitere Informationen:
Wissenschaftskolleg zu Berlin:
www.wiko-berlin.de

AG Bosch, CAU Kiel:
http://www.bosch.zoologie.uni-kiel.de/

Sonderforschungsbereich 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“, CAU Kiel:
www.metaorganism-research.com

Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“, CAU Kiel:
www.kls.uni-kiel.de